Nach einem halben Jahr im All ist Thomas Reiter zuversichtlich, dass er sich schnell wieder an die Schwerkraft auf der Erde gewöhnen wird. “Ich hoffe, es wird diesmal nicht zu lange dauern, vielleicht drei oder vier Tage”, sagte er auf dem Rückflug zur Erde. “Ich habe viel und hart in der Weltraumstation dafür trainiert, mich dieses mal wieder normal zu fühlen, wieder gehen und hoffentlich sogar mit dem Joggen anfangen zu können. Ich bin sehr gespannt darauf, wie lange es diesmal dauern wird.”

Thomas Reiter auf der ISS
Astronauten werden nach ihrer Rückkehr zur Erde oft seekrank. Ihre Sinnesorgane haben sich an die Schwerelosigkeit, wo es kein unten und kein oben gibt, gewöhnt. Die Umstellung dauert ein paar Tage, auch durch Training können die Astronauten sie nicht beschleunigen. Außerdem staut sich das Blut in den ersten Tagen in den Beinen. Sie tragen in dieser Zeit Druckanzüge, die ähnlich wie Kompressen wirken.
Auch der deutsche Astronaut Hans Schlegel, der Thomas Reiter lange Jahre kennt, geht davon aus, dass er sehr gut mit der Umstellung zurechtkommt: “Thomas Reiter ist sehr fit. Es wird sich aber zeigen, ob er gleich am ersten Tag weite Wege gehen kann oder viel liegen muss.” Für Reiter stehe in Houston ein spezieller Stuhl bereit, den er bei Bedarf einfach zurückklappen kann. “Wenn die Schwerkraft mit einem G wieder wirksam wird, dann ist das wirklich eine physische Herausforderung. Aber im liegen ist es ganz gut auszuhalten”, so Hans Schlegel.

Discovery-Crew und Langzeitbesatzung auf der ISS bei einem gemeinsamen Mahl
Reiter wird vom ersten Tag an ein einem umfangreichen Rehabilitationsprogramm teilnehmen. “Er wird damit anfangen, dass er im Wasser läuft oder schwimmt, um sich wieder an die Belastungen zu gewöhnen”, so Schlegel. Nach fast einem halben Jahr im All haben sich vor allem seine Muskulatur und die Knochendichte zurückgebildet. Geplant ist, dass Thomas Reiter die Weihnachtsfeiertage im Kreise seiner Familie, die nach Houston gekommen ist, verbringen wird.