Westliche Demokratien wirken innenpolitisch nur in “akuten Krisen” (Demonstrationen, Unruhen, Anschläge) über die Androhung oder Ausführung von Gewalt, sie wirken vorallem durch das Informieren der Bürger (DAS ist es übrigens was Informationsgesellschaft wirklich bedeutet) - also durch die Medien.

Eine Vorreiterrolle und Paradebeispiel dafür sind natürlich die USA. Dort glaubt ein guter Prozentsatz der Bürger immernoch Sadam Hussein hatte Massenvernichtungswaffen und hat Bin Laden geholfen das WTC zu sprengen!

In Deutschland ist das (zum Glück!) nicht (ganz) so schlimm - vorallem weil es nicht so systematisch wie in den USA passiert (da hatte ich schon oft das Gefühl die Medien seien gelenkt) - in Europa ist der Zusammenhang versteckter und basiert auf dem marktwirtschaftlichen Prinzip. Der Zusammenhang ist meiner Meinung nach folgender:

In westlichen Demokratien regieren (in der Regel) jene die am meisten Wahlstimmen bekommen - das heißt jene die von der Mehrheit der Gesellschaft (naja in Deutschland kommen viele Regierungen nur ganz knapp über die 50% Marke) dazu ausgewählt werden.

Auf der anderen Seite ist das Ziel der Medien im Sinne der Profitmaximierung natürlich maximale Reichweite ihres Programmes - ERGO ebendfalls die Mehrheit der Gesellschaft! Das bedeutet sowohl die Politik als auch die Medien haben den gleichen Klienten - den in jeder Gesellschaft gibt es nur eine einzige Mehrheit.

Da sich sowohl Politik als auch die Medien an der gleichen Bevölkerungsgruppe ausrichten, hauen beide mehr oder weniger in die gleiche Kerbe. Die Politiker machen mehr oder weniger was ihre Klienten wollen, und die Medien senden was ihre Klienten sehen wollen - im Falle von Politik zufällig mehr oder weniger das was die Politiker machen! Die Korrelation ist nicht 1:1 sondern etwas verwaschen und “fuzzy”, weil beide Akteure unabhänig voneinander entscheiden was die Mehrheit eigendlich will.

Da das Weltbild der Bürger aber wesendlich von den Medien bestimmt wird, gibt es eine sich verstärkende, stabilisierende Rückkopplung - mit dem Effekt das sich das Weltbild der Mehrheit an die Politik und die Politik sich an das Weltbild der Mehrheit anpasst.

Das könnte die enorme Stabilität dieser Demokratien erklären: Die “regierungsfähigen” Partein unterscheiden sich nur in Einzelpositionen von einander und extreme Richtungswechsel sind nur selten bis garnicht zu beobachten! Selbstverständlich das dieser Effekt in der ältesten Demokratie am deutlichsten ist! Demokraten und Republikaner sind sich SEHR ähnlich, und die Kontinutät der Politik der USA bemerkenswert!

Das ist so einfach und effektiv, und keiner hat es sich ausgedacht, keiner ist Schuld, keiner ist Diktator, es passiert ganz von alleine - und funktioniert!

Von der Marktwirtschaft lernen heißt zu lernen ohne Fesseln zu herrschen! Wenn das mal nicht wahre Diktatur des Proletariats ist! *lach*

Das Doofe an der Theorie ist, wenn sie stimmt hilft da weder eine Institutionalisierung noch eine Demokratisierung der Medien.