Ab 2011 will auch die europäische Raumfahrtagentur ESA den Mars mit einem Rover erkunden. Forscher an der Uni Münster entwickeln für diese Mission jetzt ein Lasergerät, das die chemische Zusammensetzung des Marsbodens bestimmen kann.

“Unser Instrument ist nach den derzeitigen Plänen der ESA das einzige mit dem die Elementzusammensetzung der Marsoberfläche untersucht werden kann”, sagt Elmar Jesberger. Der Laser wird auf der Marsoberfläche zunächst ein Plasma aus positiven Ionen und Elektronen erzeugen. Wenn sich diese wieder zusammenfügen wird Energie in Form von Licht frei. Ein ebenfalls in Münster entwickeltes Spektrometer wird aus diesem Lichtblitz Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Boden ziehen können.

Künstlerische Darstellung: ESA-Rover auf dem Mars; Rechte: ESA
Ab 2011 will auch die ESA über den Mars fahren

Wie schwer sein Instrument wird, weiß Elmar Jesberger noch nicht genau: “Je schwerer ein Laser ist, desto mehr Leistung hat er. Aber wir können natürlich nur eine begrenzte wissenschaftliche Nutzlast zum Mars bringen. Wir müssen für unseren Laser also einen Kompromiss finden.” Er schätzt, dass sein Instrument am Ende etwa 1,5 bis 1,7 Kilogramm wiegen wird.

Sicher ist der Platz in der Marsrakete der ESA für den Laser aus Münster jedoch noch nicht. Noch hat die ESA nicht entschieden wie schwer die wissenschaftliche Nutzlast, also alle Instrumente auf dem Rover, überhaupt sein dürfen. “Es gibt drei Szenarien”, erklärt Jesberger. “Wenn die Nutzlast 12,5 oder 16 Kilogramm sein wird, dann ist unser Instrument auf alle Fälle dabei. Wenn es jedoch nur acht Kilogramm sind, dann beginnt das große Hauen und Stechen, wer mitfliegen darf.”

Das Institut für Planetologie der Universität entwickelt den weltraumtauglichen Laser zusammen mit einer ESA-Arbeitsgruppe in Frascati/Italien und dem Deutschen Luft und Raumfahrtzentrum (DLR) in Berlin Adlershof. Das DLR fördert die Münsteraner Forscher in den kommenden 19 Monaten mit insgesamt 1,2 Millionen Euro.